Mit Cavalettis zu arbeiten bedeutet für unseren Hund kontrolliertes Muskeltraining und Muskelaufbau, Muskellockerung und Beseitigung von Steifheit, Steigerung der Belastungsfähigkeit und Ausdauer sowie Unterstützung der Balance und der Trittsicherheit. Dabei ist das Training mit Cavalletis für unsere Hunde schonend für Gelenke und Sehnen, da keine harten Sprünge, enge Wendungen oder steile Hindernisse im Parcours vorkommen. Gleichzeitig ist Training mit Cavalletis für unsere Fellnasen ein anstrengendes Konzentrationstraining. Es ist geeignet für alle Hunde, ob groß oder klein, alt oder jung, schnell oder langsam, denn der Cavaletti Parcours wird auf euren Hund ganz individuell zugeschnitten. Je nachdem ob Ihr Anfänger seid oder Fortgeschrittene, der Schweiß fließen muss oder ihr es lieber etwas gemütlicher habt. Für jeden ist das Richtige dabei und das Wichtigste von Allem: Es macht mega viel Spaß! Solltet ihr euch einmal unsicher sein, ob und in welchem Maß der Cavaletti-Hundesport für euren Vierbeiner das richtige ist, zögert nicht den Tierarzt oder Hundetrainer eures Vertrauens zu Rate zu ziehen.

Dieser Beitrag soll einen kurzen Überblick über den Cavaletti-Hundesport geben und zeigen wie der Einstieg in dieses tolle Training für Hund und Mensch am besten klappt. Das Cavaletti-Training kommt ursprünglich aus dem Reitsport. Seid also nicht überrascht, wenn Ihr bei der Suche im Internet vor allem auf Artikel aus dem Pferdesport trefft.

Über Cavalettis

Cavalettis, auch unter dem Namen Bodenricks bekannt, bezeichnen kleine Hürden. Ein Cavaletti besteht aus einer Stange, die auf niedrige Ständer aufgelegt oder fest mit diesen verbunden ist. Die Stangen bestehen aus Holz oder Kunststoff und haben eine glatte Oberfläche um Verletzungen zu vermeiden. Damit die Stangen vom Hund auch als Hindernis wahrgenommen werden, sollten diese auch einen ausreichenden Umfang haben und nicht zu dünn sein. Cavalettis für den Hundesport gibt es fertig zu kaufen, können jedoch mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst gebastelt werden. Um den Cavaletti Hundesport das erste Mal auszuprobieren, reichen aber auch ein paar Besenstiele, die bei Bedarf auf Pappkartons gelegt werden.

Alles in Maßen

Cavaletti Hundesport ist, wie der Name schon verrät, ein Sport. Das Training mit Cavalettis hat viele positive Effekte auf die körperliche und geistige Fitness eures Hundes. Wie bei allen anderen Sportarten, gibt es auch bei dem Cavaletti-Training ein „Zuviel des Guten“. Dauerhafte Überanstrengung des Bewegungsapparates können zu Muskelabbau, Muskelschäden und unnötigem Gelenkverschleiß führen. Ist der Hund nicht mehr konzentriert im Parcours unterwegs, erhöht sich, wie bei allen anderen Sportarten auch, die Verletzungsgefahr.

Die Trainingsdauer ist abhängig vom Trainings- und Gesundheitszustands des Hunds. Unabhängig davon sollte eine Trainingseinheit nur einige Minuten dauern. Trainiert lieber in mehreren, kurzen Einheiten, die über den Tag verteilt werden. Spätestens wenn euer Hund Anzeichen von körperlicher oder geistiger Ermüdung zeigt, solltet Ihr das Training mit einem positiven Erlebnis beenden.

Die Vorteile des Cavaletti-Trainings

Das Cavaletti-Training zeichnet dadurch aus, dass es nicht auf Schnelligkeit ankommt, es gibt keine spektakulären Hindernisse oder Wendungen, die sich belastend auf die Gelenke auswirken können. Das Training mit Cavalettis dient zuerst der Entwicklung und Aufrechterhaltung der Muskulatur durch gezielte und sich wiederholende Bewegungen. Die Sehnen und Gelenke werden beim Cavaletti-Training möglichst geschont. Der gesundheitliche Aspekt ist daher im Cavaletti-Hundesport stärker ausgeprägt als in vielen anderen Sportarten. Grundlage des Cavaletti-Trainings ist, dass der Hund möglichst gleichmäßig in einer der drei Grundgangarten (Schritt, Trab, Galopp) den Parcours durchläuft. Damit dieser gleichmäßige Bewegungsrhythmus erhalten bleibt muss beim Parcours-Aufbau einiges beachtet werden. Doch dazu später mehr. Beim Cavaletti-Hundesport ist neben den Muskeln auch das Hundeköpfchen gefragt. Denn es werden nicht nur der Muskelaufbau, sondern auch die kognitiven Fähigkeiten wie Körperkontrolle, Reaktionsfähigkeit und Konzentration trainiert.

Der richtige Boden für den Cavaletti-Hundesport

Bevor die Cavalettis aufgebaut werden, solltet Ihr den richtigen Untergrund für den Parcours finden. Der ideale Trainingsplatz ist möglichst eben und hat keine Löcher oder tiefere Mulden. Der Boden sollte nicht zu hart sein. Asphalt stellt daher keine Option dar. Durch zu harten Untergrund werden die Gelenke unnötig belastet und beim Stolpern oder Stürzen ist die Verletzungsgefahr bedeutend höher. Ist der Boden sehr weich, wie am feinen Sandstrand, ist der Trainingseffekt zwar höher, jedoch werden auch Bänder und Sehnen stärker gefordert. Ein guter Kompromiss stellt sicherlich eine weiche Wiese dar.

Höhe, Breite und Abstände der Cavalettis

Wie bereits oben erwähnt, durchläuft der Hund den Cavaletti-Parcours in einer der drei Grundgangarten (Schritt, Trab, Galopp). Höhe und Abstände der Cavalettis sind von der Größe eures Vierbeiners abhängig, sowie der gewählten Grundgangart. Die Stangen sollten höchstens so hoch liegen, dass euer Hund Sie im gleichmäßigen Tempo und Rhythmus überqueren kann und nicht hüpfen muss. Die Abstände sind idealerweise so zu wählen, dass euer Hund die Pfote in der Mitte zwischen zwei Cavalettis hochhebt und Sie in der Mitte zwischen den nächsten zwei Cavalettis wieder aufsetzt. Er sollte zwischen den Cavalettis keine Zwischenschritte machen müssen.

Um den Abstand einzuschätzen, könnt Ihr die Schrittlänge eures Hundes messen. Pfoten nass machen, über den Asphalt laufen lassen und Metermaß anlegen. Um den Parcours möglichst rhythmisch zu durchlaufen, sollte eure Fellnase die Cavalettis im rechten Winkel überschreiten. Je länger die Stangen der Cavalettis sind, desto höher ist der Schwierigkeitsgrad. Denn lange Stangen verleiten euren Hund schräg über das Cavaletti zu gehen.

Cavaletti_6

Im Galopp stehen die Cavalettis weiter auseinander als im Schritt oder Trab.

Tipps für Einsteiger

Der Schritt ist die langsamste Gangart und daher für die ersten Parcoursversuche gut geeignet. Entsprechend könnt Ihr Höhe, Breite und Abstand der Cavalettis für euren Parcours festlegen. Zu Beginn reichen ein bis drei Cavalettis aus, die ihr hintereinander aufstellt. Möchtet ihr zum Anfang euren Hund an der Leine führen, so ist das kein Problem. Das Geschirr ist hierbei dem Halsband vorzuziehen. Auf längere Sicht ist es jedoch ratsam den Hund im Freilauf über den Parcours zu schicken. Insbesondere wenn diese länger, schneller und fordernder für euren Hund werden. Denn eure Fellnase soll den Parcours so eigenständig wie möglich durchlaufen.

Geht im rechten Winkel auf das erste Cavaletti zu und schickt euren Hund, an der Leine oder frei, über die Hindernisse. Lauft seitlich mit eurem Hund mit, aber steigt nicht selber über die Cavalettis. Denn euer Liebling muss lernen den Parcours alleine zu bewältigen. Um euren Hund darauf zu trainieren möglichst mittig und gerade über das Cavaletti zu gehen, könnt ihr zwei Stangen als Kreuz stellen. Hunde wie Menschen neigen dazu ein Hindernis an seiner niedrigsten Stelle zu nehmen. Durch „Fangzäune“ am Anfang unterstützt ihr ihn beim Eintritt in den Parcours. Indem Ihr den Parcours an einer Wand aufbaut, helft ihr eurem Hund im Parcours zu bleiben.

Cavaletti_1

Die Höhe der Cavaletti-Stangen ist abhängig von der Größe des Hundes und von der Gangart.

Cavaletti_2

Zum Einstieg werden nur wenige Cavalettis verwendet. Zur Unterstützung für euren Hund können zum Beispiel Schafszäune an den Seiten aufgestellt werden.

Cavaletti_7

Euer Hund soll die Cavalettis mittig und im rechten Winkel überqueren. Dies kann mit gekreuzten Stangen geübt werden.

Tipps für den weiteren Trainingsfortschritt

Es ist wichtig euren Parcours immer wieder zu verändern und den steigenden Leistungen eures Hundes anzupassen. Gleichbleibende Parcours können ansonsten auch zu Langeweile und Unaufmerksamkeit bei eurem Vierbeiner führen. Um den Parcours zu variieren gibt es vielfältige Möglichkeiten und eurer Fantasie wird nur durch die Anzahl verfügbarer Stangen begrenzt. Achtet jedoch darauf, dass euer Hund im Parcours trotz aller Variationen, im gleichmäßigen Rhythmus bleibt.

  • Nutzt alle drei Gangarten. Vergesst jedoch nicht Abstände und Höhen der Cavalettis anzupassen.
  • Legt im Wechsel ein Ende der Stange auf den Boden.
  • Nehmt einzelne Stange aus dem Parcours.
  • Baut die Cavalettis in leichten Bögen auf.
  • Stellt die Cavalettis innerhalb des Parcours auf unterschiedliche Höhen.

 

Cavaletti_4

Die Cavalettis haben eine unterschiedliche Höhe.

 

Cavaletti_5

Eine Cavaletti-Stange wurde entnommen.

Cavaletti_8

Die Cavaletti-Stangen werden abwechselnd auf den Boden gelegt.

Cavaletti_9

Beispiel für einen kleinen Parcours, mit Schafszäunen zur Unterstützung für euren Hund. Zur Abwechslung wurden bei einigen Cavalettis die Stange auf den Boden gelegt.

Cavaletti_10

Beispiel für einen kleinen Parcours. Zur Abwechslung haben die Stangen unterschiedliche Höhen.


Dieser Beitrag ist nach bestem Wissen und Gewissen entstanden. Er ersetzt jedoch kein persönliches Training in euerem Hundeverein oder Hundeschule. Im Zweifelsfall solltet Ihr immer den Tierarzt oder Hundetrainer eures Vertrauens zu Rate ziehen.


Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Pin on Pinterest