Wer kennt es nicht? Man unterhält sich mit einem anderen Hundehalter, sei es im realen Leben oder in irgendeinem sozialen Netzwerk, über seinen Hund. Irgendwann kommt man in Themenbereiche, wo es dann gründlich zur Sache geht.

Im realen Leben bleibt meist alles im freundlichen Bereich, auch wenn unterschiedliche Ansichten vertreten werden, aber gerade in sozialen Netzwerken, wo die Hemmschwelle um einiges sinkt und wo viele unter einem Pseudonym argumentieren, wird es sehr schnell ziemlich unfreundlich und geht unter die Gürtellinie – und zwar teilweise bis zu den Knöcheln. Auch ich bin schon mehrfach in die Missgunst solcher Leute in sozialen Netzwerken geraten, sehe das ganze mittlerweile aber sehr entspannt und äußere mich auch nur noch selten zu gewissen Sachverhalten.

1. Rede nie mit anderen über Futter

Ich schwöre dir, der Schuss geht nach hinten los. Es ist nämlich völlig egal, was du fütterst, wie du es fütterst und ob du dir Gedanken gemacht hast, oder nicht, irgendjemand hat immer was zu kritisieren.

Postest du einen bestimmten Hersteller, nehmen vermeintliche Futterexperten, die Inhaltsstoffe auseinander, wissen aber nicht einmal was Zellulose oder Rohasche bedeutet, ganz zu schweigen von den Prozentzahlen davor. Postest du ganz allgemein die Frage nach Trocken- oder Nassfutter, wirst du von den Barfern, die ihre Hunde nämlich am allerbesten ernähren, auseinander genommen. Und poste nie nie niemals, dass dein Hund gestern Kekse gefressen hat, oder Schokolade, oder gewürztes Fleisch, weil dein Hund, der jetzt quicklebendig neben dir steht, nämlich gleich tot umfallen wird.

Und ja, ich spreche diesbezüglich auch aus eigener Erfahrung, ich habe mich nämlich via Facebook zu getreidefreiem Futter hinreißen lassen, was im Nachhinein betrachtet, Blödsinn war. Getreidefrei ist aus meiner Sicht auch gerade nur ein „Hype“, so wie es vor ein paar Jahren das Wort „Bio“ war, und für die meisten Hunde gar nicht notwendig.

2. Rede nie mit anderen über Hundeerziehung

Hundeerziehung ist wie Kindererziehung. Du kannst viel nachlesen, nachfragen, dich informieren und am Ende wirst du trotzdem sehr viel falsch machen, aber, und das ist die gute Nachricht, auch viel richtig. Die Klassiker aus der digitalen Szene sind Sachen wie „Mein Hund wird nicht stubenrein“, „Mein Hund zerstört alles, wenn er alleine ist“ und „Mein Hund jagt“. Wenn du diese Fragen postest, kann ich dir jetzt schon sagen, dass du am Ende genauso schlau wie vorher bist, vielleicht gerade so den ein oder anderen Tipp bekommen hast, der auf genau deinen Hund wahrscheinlich nicht zutrifft.

3. Rede nie über Cesar Millan

Ich sags gleich mal vorweg, ich kenne den Menschen nur dem Namen nach und habe mich nie mit seinen Trainingsmethoden oder sonstigem genauer beschäftigt, weswegen ich auch in keinster Weise etwas dazu sagen kann, ob er jetzt gut oder schlecht ist. Aber eines weiß ich mittlerweile, er ist definitiv wahnsinnig umstritten in der Hundewelt. Deswegen solltest du nie über ihn posten und tust du es doch, stelle dich schon mal auf einen Shitstorm von allen Seiten ein.

4. Rede nie mit anderen über deine Arbeitszeiten

Oder wie lange der Hund alleine zu Hause ist. Es ist nämlich so, dass in der digitalen Szene anscheinend die Mehrheit der Leute der Ansicht ist, dass nur noch Rentner, Arbeitslose und Hausfrauen einen Hund halten dürfen. Eventuell noch gerade so Teilzeit Beschäftigte. Das macht ja auch Sinn, weil wer ist schließlich den ganzen Tag in sozialen Netzwerken unterwegs? Genau, Rentner, Arbeitslose und Hausfrauen.
Wenn du jetzt aber Vollzeit berufstätig bist – damit du deinen Hund auch finanziell absichern kannst – dann bist du sehr sehr böse, weil dein Hund den ganzen Tag alleine sein muss. Und noch ein Tipp, poste niemals, wenn es 8 Stunden sind, dann wirst du direkt als Tierquäler beschimpft und dir wird auch mitgeteilt, dass das gegen das Tierschutzgesetzt ist.
Was ist nun besser, der Hund, der Tag für Tag im Tierheim sitzt oder der Hund, der zwar 8 Stunden am Tag alleine ist, aber die restlichen 16 Stunden im Mittelpunkt steht?

5. Rede nie mit anderen über Hundesport

Und auf gar keinen Fall mit der „nur Gassi gehenden“ Gesellschaft. Mit Hundesport bringst du deinen Hund nämlich um, weil das ist total ungesund und unhundisch ist, und es macht Sehnen und Gelenke kaputt. Kein Hund würde schließlich freiwillig über Hürden springen. Hier gibt es übrigens ein ähnliches Problem in der Pferdesezene: alle Springreiter sind nämlich Tierquäler, weil kein Pferd freiwillig irgendwo rüberspringt. Egal, anderes Thema! Fakt ist, dass Hundesport, wird er korrekt und in Maßen ausgeführt, gut für den Hund ist.

Last, but not least – Vergiss nie: Du bist dumm!

Auch wenn du alles berücksichtigt hast, merkt dir eins: Es gibt immer Leute, die alles besser wissen und es wird immer Leute geben, die nicht kritikfähig sind. Ich weiß nicht wer diese Menschen sind, aber sie müssen wahnsinnig allwissend sein, sie müssen gleichzeitig Tierarzt, Hundetrainer und Ernährungsexperte sein. Schon allein wegen dieser vielseitigen Ausbildung, sollten wir uns vor ihnen verneigen – und am besten nicht hinhören was sie sagen. Ich hoffe, du verstehst den Sarkasmus.

Ne, im Ernst, setzt deinen gesunden Menschenverstand ein und entscheide zum Wohl deines Hundes, den du am besten kennst, und nicht irgendjemand auf Facebook.

Endnote: Die von mir hier geschilderten Sachen beruhen ausschließlich auf meine Erfahrungen bei Facebook & Co und wurden gänzlich unabhängig von Sophies Post über die digitale Pferdeszene geschrieben.

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