Am Wochenende waren wir zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Ich denke die meisten Hundehalter kennen das, denn Wauzi soll möglichst überall hin mit. Bei Mailo ist das alles noch ein bisschen anders, aber nicht unbedingt komplizierter.

Mailo hat prinzipiell kein Problem mit dem alleine bleiben, aber das alleine bleiben außerhalb des normalen Tagesablaufes findet er ziemlich blöd. Unter der Woche, wenn Björn und ich auf Arbeit sind, dann hat Mailo mehr oder weniger sein festes Ritual. Aufstehen, Gassi gehen, Frühstück essen, alleine bleiben. Das funktioniert super und ohne Probleme. Aber wehe uns, wir brechen dieses Ritual und lassen ihn mal abends alleine. Das findet er dann ziemlich blöd. Wobei ich sagen muss, dass auch das insgesamt schon besser geworden ist. Er macht jetzt auch nichts schlimmes, wie bellen oder irgendwelche Sachen zerstören. Er hat aber einfach Stress und das merkt man ihm an, wenn wir wieder kommen.
Nun stand eben dieser Geburtstag an und wir wollten Mailo mitnehmen. Da wir, spontan und manchmal etwas chaotisch sind, machten wir uns natürlich erst am Samstagvormittag darüber Gedanken. Es handelte sich um das Brandner Kaspar in München und wir wussten nicht ob dort Hunde erlaubt sind oder nicht. Ich rief direkt dort an und fragte nach. Die Antwort: „Natürlich dürfen Sie ihren Hund mitbringen. Das ist überhaupt kein Problem.“
Ich muss dazu sagen, dass Mailo auch ein Hund ist, den wir tatsächlich immer und überall mit hinnehmen können. Mailo ist sehr ruhig, legt sich irgendwo hin, pennt und die Welt ist in Ordnung.

In diesem Zusammenhang musste ich über die generelle Situation von Hunden in Restaurants nachdenken und das, was wir schon so erlebt haben. Wichtig ist erst einmal, dass es rein vom Gesetz her nicht verboten ist, einen Hund mit in ein Restaurant zu nehmen – und das ist auch gut so. Es darf aber jeder Lokalbesitzer selbst entscheiden, ob die Vierbeiner Zutritt haben oder draußen warten müssen. Wir haben Mailo eigentlich immer mit, wenn wir irgendwelche Städtetrips machen und am negativsten ist uns Stuttgart aufgefallen. Die Stadt an sich gefiel mir wirklich gut, aber als wir so um die Mittagszeit ein Lokal suchten, wurde es rar. Am Ende fanden wir einen Fastfood Schuppen, wo wir einen Burger bekamen, uns doch aber bitte an die Seite setzen sollten. Ähnlich erging es uns am Abend, wo wir in einer halbleeren Cocktailbar die Plätze kurz vor den Toiletten einnehmen sollten, wegen Mailo. Wir sind dann ganz gegangen und haben auf einen ohnehin schon überteuerten Cocktail verzichtet.

Hundeauflauf im Biergarten beim Münchner Zamperllauf (hier gehts zum Bericht)

Hier zu Hause, suchen wir nur Restaurants auf, wo wir wissen, dass Hunde gerne gesehen sind. Außerdem versuchen wir es zu vermeiden mit einem nassen oder dreckigen Mailo in ein Lokal zu gehen, weil ich schon verstehen kann, wenn das andere Leute eklig finden. Mich bringt es aber ehrlich gesagt auf die Palme, wenn ich Sachen wie aus Bremen höre, wo um ein generelles Hundeverbot in Restaurants diskutiert wird. Was kommt denn als nächstes? Wir leben in Deutschland mittlerweile in einer Zeit, in der die 1-Hund Familie auf dem Vormarsch ist und auch in der Öffentlichkeit muss sich dementsprechend angepasst werden. Damit meine ich eine Anpassung von beiden Seiten. Ich, als Hundehalter, muss meinen Hund so erziehen, dass er sich in einem Restaurant unauffällig benehmen kann, wenn ich ihn mitnehmen möchte. Andersrum erwarte ich dann aber auch, dass nicht schon die Augenbrauen hochgezogen werden, wenn wir mit Hund am Eingang stehen, dass wir nicht irgendwo an den Rand, in Toilettennähe, platziert werden und ganz toll ist es, wenn unser Hund noch Wasser angeboten bekommt. Wir geben in dem Fall, dann auch gerne ein gutes Trinkgeld.

Dann ist da noch die Sache mit den Allergikern. Ein ganz schwieriges Thema, zu dem ich aber auch eine, vielleicht etwas engstirnige, Meinung habe. Mir tun prinzipiell alle leid, die allergisch auf Tierhaare sind, weil sie das schönste im Leben verpassen. Diejenigen aber, die das betrifft, leben schon ein ganzes Weilchen mit ihrer Allergie und wissen wie sie damit umgehen müssen. Außerdem trifft man heutzutage nun wirklich überall Hunde an – und so auch in Restaurants. Als Allergiker hat man immer die Möglichkeit, den Hundehalter der sich gerade am Nebentisch niederlassen will, zu bitten sich woanders hinzusetzen. Ich bin mir sicher, dass alle Hundler darauf eingehen. Und die Menschen, die Hunde nun total eklig finden, können sich was vom Lieferservice bestellen und in ihrer sterilen Wohnung essen.

Zurück zu gestern Abend: Eine Kollegin von mir reagierte auch etwas allergisch auf Mailo. Wir redeten kurz drüber und sie meinte, sie hätte zur Not auch noch irgendwelche Tropfen dabei. Also, alles gut. Eine andere Kollegin ist auch Hundehalterin und sie meinte, sie könne ihre Hündin nicht mitbringen, weil diese das ganze Lokal aufmischen würde. So weiß letzten Endes jeder sein Hund einzuschätzen und handelt dementsprechend.
Mailo hatte auf jeden Fall einen ganz tollen Abend mit uns und bekam unendlich viele Streicheleinheiten.
In diesem Sinne, Prost!


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