Nein, es war keine Liebe auf den ersten Blick. Ich kenne Mailo jetzt schon seit über 10 Jahren und übrigens auch ein paar Sekunden länger als Claudi, die erst kurz danach durch die Tür gelaufen kam. Er spazierte gelassen an mir vorbei und würdigte mich keines Blickes. Warum auch? Er ist gerade mit seinem Frauchen nach Mainz gezogen und es gab so viel Neues zu entdecken und auszuprobieren.

Nein, wir waren am Anfang kein Team!

Ich bin ohne Hunde aufgewachsen und entsprechend groß war mein Respekt vor diesem 25 kg Hund, der neben mir auf dem Sofa saß und mich mit seinen großen Augen anschaute. Ganz ehrlich? Ich war am Anfang total überfordert. Wie soll man(n) sich gegenüber diesem blonden Bündel verhalten?

Mailo ließ es mich jedoch merken: “Du kennst mein Frauchen? Willkommen im Rudel! Machst du mir den Kühlschrank auf?” Mailo war gegenüber Menschen schon damals immer freundlich und aufgeschlossen, aber als Opportunist auch immer auf seinen Vorteil bedacht und als verfressener Goldi-Mix, ging bei ihm der Vorteil natürlich durch den Magen. Ich stellte mir über seinem Kopf immer eine Gedankenblase vor, in der stand: „Ja, kann ich machen, aber was bekomme ich dafür?“

Nein, Mailo war kein Engelchen!

Er war ein ausgebuffter Hund, der, die bis dahin, zu inkonsequente und zu nachsichtige Erziehung von Claudi ausreizte – sorry Claudi! Alles fressen, was nur irgendwie verdaubar erschien, in Scheiße wälzen, Abrufschwierigkeiten, stundenlange Suchaktionen, wenn er wieder ausgebüchst war und Müll ausräumen, waren nur ein paar von Mailos „Besonderheiten“.

Jedoch war ich überrascht über seine, schon damals, tolle Leinenführigkeit. Aber einmal vom Haken gelassen, wollte er einfach zu oft seine gewonnene Freiheit, nicht wieder aufgeben. Sollten wir ihm deswegen böse sein? Wohl kaum, denn er verhielt sich einfach nur wie ein Hund. Kann man einem Hund vorwerfen, dass er sich wie ein Hund verhält? Nein. Da mussten wir uns an unsere eigenen Nasen fassen.

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Ja, Mailo war der perfekte Hund für den Start in ein glückliches Hundlerleben

Trotz seiner, nennen wir es ausgeprägten Eigenständigkeit, war Mailo offen, interessiert und mit Leckerlis hervorragend zu motivieren. Durch seine Gelehrigkeit lernte er sehr schnell und verzieh mir, meine ersten Trainingsversuche, in denen ich bestimmt noch so einiges falsch gemacht habe.

Danke Mailo!

Mit fortschreitenden Erfolgen, hatte uns dann der Ehrgeiz gepackt. Wir wuchsen zu einem Team zusammen! Begleithundeprüfung, Ralley Obedience (beides mit mir, dem Herrchen) und Agility (mit Frauchen) waren unsere Steckenpferde.

Meine Liebe zum Hundetraining war geweckt

Nachdem mir diverse Bücher, verschiedener Hundetrainer nicht mehr ausreichten, entschloss ich mich eine Ausbildung zum behördlich zertifizierten Hundetrainer zu beginnen. Die Ausbildung erfolgt über ein deutschlandweit anerkanntes Schulungszentrum für Hundetrainer, dauert etwa 10 Monate, beinhaltet regelmäßige Theorie- und Praxisseminare und wurde extra passend für Berufstätige zusammengestellt. Am Ende steht eine behördliche Zertifizierung durch die Tierärztekammer mit einem theoretischen Prüfungsteil, einer Praxiseinheit und einem Fachgespräch. Die Anforderungen bei der Prüfung sind hoch und als Anfänger, ohne einen Ausbildungslehrgang, kaum zu bestehen. Ihr seht, das ist kein Ponyhof! Aber es macht unglaublich viel Spaß und die Lernkurve ist steil.

Mailo ist natürlich mit von der Partie und unterstützt mich bei den praktischen Lerneinheiten. Danke Mailo! Du bist und bleibst der Beste!

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