Vor kurzem wurde das Projekt Lesehund vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wettbewerbes „Ideen für die Bildungsrepublik“ ausgezeichnet. Mit dem Projekt Lesehund sollen leseschwache Schüler motiviert und gefördert werden, in dem sie dem Schulhund Geschichten vorlesen. Ich finde, an sich ein großartiges Projekt, will es aber trotzdem kritisch betrachten.

Immer öfter hört und liest man, dass Hunde in der Schule eingesetzt werden. Ein Hund kann nicht unterscheiden zwischen schlauen und dummen Kindern, zwischen engagierten und faulen Schülern und auch nicht zwischen deutschen Kindern und denen mit Migrationshintergrund. Demnach ist der Hund, im Vergleich zu vielen Menschen, in erster Linie mal unvoreingenommen.
Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass bei der Anwesenheit eines Hundes im Klassenzimmer, die Streitigkeiten und die Aggressionen abnehmen. Das Gruppenverhalten wird durch Hunde positiv beeinflusst und auch die Lernbereitschaft nimmt zu. Doch gehört ein Hund ins Klassenzimmer? Und ist das wirklich übertragbar auf Schule im Allgemeinen gesprochen?

Eigentlich bin ich fast gewillt zu schreiben, nein, gehört er nicht, weil die Probleme, die es heutzutage in den Schulen gibt, ganz sicher nicht in der Schule anfangen, sondern viel früher – aber ich will es mir in meinem Hunde & Pferde Blog nicht anmaßen über die deutsche Bildungspolitik zu diskutieren, das können andere machen.
Aus Sicht des Hundes betrachtet, ist es sicher kein Problem, wenn dieser einen halben Tag in der Schule verbringt. Ich muss aber ganz klar sagen, dass dafür sicher nicht jede Rasse in Frage kommt, und das die Hunde eine spezielle Ausbildung brauchen (das ist auch vorgeschrieben). Diese Hunde müssen absolut gehorsam sein und im Zweifel auch mal damit klar kommen, dass es sehr laut ist oder das ein Kind sich mal falsch verhält.

Außerdem ist meiner Ansicht nach das Alter der Kinder und die Schulform entscheidend. Am besten eignet sich der Lehrer Schnauze wohl in der Grundschule. In den weiterführenden Schulen und auch höheren Klassen mit älteren Schülern, denke ich, dass das Konzept an seine Grenzen kommt. Auf gewissen Schulhöfen herrschen leider Macht und Gewalt vor, wo auch ein Hund nicht mehr viel ausrichten kann. Mailo ist nicht als Schulhund ausgebildet, aber wäre er es, würde ich es auch absolut nicht wollen, dass Mailo von pubertierenden Jugendlichen, irgendwie schräg von der Seite angepöbelt wird.

In den letzten Jahren haben die Hundeprojekte an den Schulen zu genommen, dennoch sind sie nach wie vor eine Seltenheit. Ich muss auch sagen, dass ich das gar nicht so schlecht finde. Es kann kaum jede Schule einen eigenen Hund haben – und ganz abgesehen davon, wem gehört der Hund dann? Wo ist er in den Ferien?

Ich finde das Konzept Schulhund gut, aber man muss auch die Hintergründe durchleuchten. Nicht jeder Hund und nicht jede Klasse sind geeignet. Das Wohl des Hundes muss immer an erster Stelle stehen und der Vierbeiner darf nicht Handlanger für Probleme im Bildungssystem werden. Auch mit Hund im Klassenzimmer, rechnen, schreiben und lesen, muss jedes Kind noch alleine lernen.


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