Pascha, ein 13 Monate alter Rottweiler, beherrscht die Medien, ruft Tierschützer auf die Barrikaden. Der Hund hat sich am 06. Juli 2015 in Duisburg am Rheinufer von der Leine gerissen und ein 2-jähriges Mädchen attackiert, welches mit schweren Kopfverletzungen, in Lebensgefahr schwebend, ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Seit dem überschlagen sich die Ereignisse: Pascha wird von einem Gutachter als gefährlich eingestuft, was nicht durch Erziehungsmaßnahmen behoben werden kann. Der Hund erhält sein Todesurteil. Dies ruft Tierschützer auf die Barrikaden. Pascha soll nicht eingeschläfert werden! Die Onlinepetition „Einschläfern ist keine Lösung“ wird gestartet.

Ich habe nicht unterschrieben.

In den sozialen Netzwerken, allen voran natürlich Facebook, wird geschimpft, gemeckert und in seltenen Fällen auch sachlich diskutiert. Bei einem sind sich die Pascha Retter aber einig: Der Hund darf nicht eingeschläfert werden.

Pascha hier, Pascha da.

Keiner, aber wirklich keiner, fragt wie es dem Mädchen geht.

Ich bin absolut dagegen, dass Hunde eingeschläfert werden, und habe mich in dem Artikel „Kimbo & Tays“ bereits über bestimmte Sachverhalte geäußert. Im Vergleich zum Fall „Kimbo & Tays“, hat Pascha aber zugebissen, und zwar ziemlich heftig. Natürlich ist am Fehlverhalten eines Hundes der Mensch schuld, und dieser sollte dafür bezahlen, nicht der Hund. Trotzdem finde ich es mehr als erschreckend, dass bei vielen Tierschützern, der Hund deutlich über einem Menschenleben steht. Das Mädchen hätte tot sein können! Ihr Leben wurde in einer Not-Operation gerettet! Das Kind ist 2 Jahre alt, und wird für den Rest seines Lebens äußerlich und innerlich Narben tragen. Narben von einem Hund, der völlig grundlos auf sie losgegangen ist.

Mal abgesehen davon, welches Schicksal Pascha widerfährt, macht mich jede Beißattacke stinksauer. Schlussendlich befinden sich dort nämlich Menschen am anderen Ende der Leine, die diesem Hund offensichtlich nicht gewachsen sind. Jede Beißattacke, wird längerfristig zu weiteren Gesetzen, wie beispielsweise der Leinenpflicht oder irgendwelchen Rasselisten, führen. Diese betreffen uns dann alle! Auch die 99% der Hundehalter, die ihre Vierbeiner erzogen haben.

Kleiner Lesetipp: Mylo & Spike, über das Leben mit meinen zwei Rottweilern – ein Gastbeitrag von Markus.


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