Dieser Blick – Hundeblick oder auch Dackelblick genannt – von Mailo, kommt immer dann wenn ich mit ihm schimpfen musste. Das kommt mittlerweile äußerst selten vor, da er ganz super gehorcht, nicht stiften geht und eigentlich fast immer alles richtig macht. Ein echter Goldschatz eben. Aber wenn doch mal, dann geht der Kopf runter, die Ohren gehen nach hinten und der Blick nach unten. Für mich ist das ein „Frauchen, es tut mir leid“.

Mailo hat eine gewisse Vorliebe für Mülleimer. In der Regel versuchen wir natürlich daran zu denken den Müll hochzustellen bevor wir die Wohnung verlassen, aber wie so oft im Leben vergisst man immer mal etwas. Und so bleibt auch der Müll öfter mal am Boden stehen. Wenn ich dann nach Hause komme und feststelle, dass Mailo mal wieder die Müllreste der Woche komplett verteilt hat, dann platzt mir regelmäßig der Kragen. Warum? Tja, eigentlich ärgere ich mich über mich selbst, dass ich nicht daran gedacht habe den Müll hochzustellen, aber auch über Mailo, dass er es nicht einfach lassen kann den Müll auszuräumen. Dazu kommt noch, dass ich es echt ätzend finde das Zeug wieder einzusammeln.

In solchen Momenten brauche ich eigentlich schon gar nichts mehr zu sagen, weil meine Körpersprache gegenüber Mailo wohl schon Bände spricht. Ich werde dann genau mit eben diesem Blick aus großen braunen Augen angeschaut. Im Grunde genommen will Mailo mich mit diesem Blick nur beschwichtigen, echte Reue ist es nicht. Trotzdem denke ich in diesem Moment neben dem ausgeräumten Mülleimer „Der weiß genau was er angestellt hat“ und deswegen guckt er mich so an. Objektiv darüber nachgedacht, weiß ich, dass es nicht so ist, weil Hunde keine Schuldgefühle empfinden – was durch zahlreiche verhaltensbiologische Studien untersucht worden ist. Im Falle des ausgeräumten Mülls, darf Mailo mich aber gerne weiterhin so anschauen, weil ich das als Entschuldigung sehe – ja, es ist keine – und dann ist die Welt direkt wieder in Ordnung und wir gehen Gassi.

Mein Müll Problem darf aber auf gar keinen Fall auf beliebige andere Situationen übertragen werden! Mailo hat zum Beispiel auch ziemlich lange gebraucht bis er das mit dem Alleine bleiben kapiert hatte – zum Leidwesen unserer Wohnungstür. Wenn ich dann nach Hause kam und das Maleur gesehen habe, dann hätte ein Schimpfen eher kontraproduktiv gewirkt. Mailo versteht nicht was er da gemacht hat und warum ich jetzt böse bin. Woher soll er denn wissen, dass man an der Tür nicht hochspringt? Für ihn war es so, ich bin gegangen und habe ihn alleine gelassen – und das ist extrem furchtbar. Als Hundehalter hat man die Pflicht, dass Leben für seinen Hund so angenehm wie möglich zu gestalten, dass solche Situation am besten gar nicht auftreten. Also, Müll hochstellen, Alleine sein entsprechend üben.

Und wenn dann doch mal der Hundeblick kommt – sich dran erfreuen!


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