Trainiert er wirklich noch Hunde oder ist alles nur noch Show und Kommerz? Ich habe den Namen Martin Rütter das erste Mal 2006 gehört. Wir wohnten in Mainz und eine Freundin von mir hatte ein Training bei ihm gewonnen. Ja, bei ihm persönlich. Sie war hellauf begeistert und auch ich glaube, dass dieser Mann es wirklich drauf hat was Hundetraining betrifft.

Ein paar Jahre später wurde die Fernsehsendung „Der Hundeprofi“ ins Leben gerufen, dann kam der „V.I.P. Hundeprofi“, Auftritte in zahlreichen anderen Fernshows und die legendären Live-Shows. Nach „Hund-Deutsch Deutsch-Hund“ und „Der tut nix“, ist Martin Rütter nun mit seiner dritten Live-Show „NachSITZen“ auf Tour. Weiterhin sind zahlreiche Bücher, DVDs und Shirts erschienen. Mittlerweile gibt es sogar den Rütter’s Shop.

Und nochmal die Frage: Ist das alles nur Kommerz? Ja, ein bisschen schon. Allerdings, wie überall, gilt auch hier Angebot und Nachfrage. Auch ich habe einen „Der tut nix“-Pullover und trage ihn mit vollem Stolz. Obwohl das auch oft zur Verwirrung führt, weil ich ja kein Mann bin und viele nicht wissen, dass die Aussage „Der tut nix“ auf den Hund bezogen ist. Genauso, schaue ich mir sehr gerne die Sendung „Der Hundeprofi“ an, weil ich die Trainingsmethoden und die Einstellung von Herrn Rütter richtig gut finde. Eher misslungen finde ich persönlich das Format mit den V.I.P.s. Erst einmal sind die Leute oft irgendwelche Z-Promis, die nicht annährend V.I.P. sind, und irgendwie wirkt das alles furchtbar gestellt. Die erste Live-Show habe ich noch gesehen, die zweite dann aber auch nur noch im Fernsehen geschaut. Die Live-Shows sind reines Comedy – man verbringt einen wirklich sehr lustigen Abend mit Martin Rütter. Er redet dabei auch hin oder wieder über Hunde, aber auch über viele andere Dinge. Man lacht sehr viel an diesem Abend, aber eines tut man meiner Meinung nach nicht, nämlich ernsthaft etwas über Hundetraining lernen.

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Für die meisten Menschen ist Martin Rütter auch einfach nur „Der Hundeprofi“. Ist ja auch ganz klar, schließlich wird er so bei VOX präsentiert. Dabei heißen die Ursprünge D.O.G.S. – Dog Orientated Guiding System, was bedeutet, dass das Training auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt ist. Da Martin Rütter natürlich nicht mehr alles selber machen kann, wurde das D.O.G.S. Studium ins Leben gerufen. Nach erfolgreichem Abschluss, darf man sich dann D.O.G.S. Hundetrainer nennen und ein „Zentrum für Menschen mit Hund“ betreiben. Ganz nebenbei, kostet das Studium zwischen 12000 und 15000 Euro – abhängig von der Art der Zahlung.

Der Hundetrainer Martin Rütter ist für mich ein Komiker geworden, der mit Hunden zu tun hat. Aber ein sehr sympathischer, mit dem ich gerne mal ein Bier trinken gehen würde, um mich ernsthaft über Hunde zu unterhalten.

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