Lange hat man sich überlegt, ob ein Hund einziehen soll, ob dieser zu den Lebensumständen passt, ob man die Zeit und auch das Geld dafür hat. Dann ist die Entscheidung für den Hund gefallen. Weiter geht es mit der Frage, ob es ein Hund aus demTierschutz sein soll oder einer vom Züchter. Und dann fällt sie, die Entscheidung für einen Welpen.

Der Neuhundebesitzer hat im besten Fall noch ein, oder bessere mehrere Bücher über Hundeerziehung gelesen und/oder hat Unterstützung bei der Erziehung von außen. Und trotzdem geht viel schief. Sehr viel. Und warum?

„Er guckt so süß!“

Schuld ist das Kindchenschema. Große Augen, ein etwas zerknautschtes Gesicht, weiches Fell und ein tapsiger Gang. All das signalisiert bei uns Hilfsbedüftigkeit und dementsprechend handeln wir. Der Welpe wird gerne auf den Arm genommen, darf auf dem Schoß oder auf dem Sofa sitzen – noch ist das kein Problem. Wenn es an der Tür klingelt, bellt der Kleine kaum merkbar, in hohen Tönen – noch denkt man sich, wie niedlich dies sei. Das geliehene Buch der besten Freundin wurde fast Opfer einer Zahnattacke – noch ist es nicht so schlimm, da sich nur ein paar kleine Zahnabdrücke auf dem Buchrücken befinden. Beim spielen schnappt er immer mal wieder in die eigene Hand – noch finden wir die Zähnchen süß und erfreuen uns darüber, dass es unserem neuen Mitbewohner so gut geht.

Aber all das sind entscheidende Erziehungsfehler, die je nach Hund, in der folgenden Zeit zu einem echten Problem werden können. Vor allem Letzteres. Woher soll der Hund wissen, dass er von heute auf morgen „erwachsen“ ist und nicht mehr spielerisch in die Hand beißen darf? Genauso, kennt der Hund nicht den Unterschied zwischen „spielerisch schnappen“ und „nicht-spielerisch schnappen“. Dies ist also ein Verhalten, welches ohne Kompromisse unterbunden werden muss.

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Entsprechend den eigenen Lebensumständen, sollte man auch das Bellen, wenn es an der Tür klingelt, unterbinden. Es sei denn man möchte dies so. Dann kann man das Verhalten des Hundes auch entsprechend belohnen. Die Mehrheit wird es allerdings nicht wollen und gerade deswegen sollte auch ein niedlich erscheinendes Welpenbellen nicht toleriert werden.

Ob der Hund auf das Sofa darf oder nicht, muss zunächst jeder selbst entscheiden. Jedoch sollte sich jeder bewusst sein, dass der süße Welpe später ein unter Umständen großer ausgewachsener Hund ist, der vielleicht ein Drittel des Sofas für sich beansprucht. Bei Regenwetter bringt er dann auch noch einiges an Dreck mit auf die Couch, insbesondere bei langhaarigen Rassen. Außerdem kann das „Couch-Sitzen“ des Vierbeiners ein Rangordnungsproblem werden.

„Welpen kann man noch nicht erziehen!“

Das ist absoluter Blödsinn! Im Gegenteil! Der Welpe befindet sich in der sogenannten Prägephase und die Erziehung, die er in diesem Stadium erfährt, ist die Wichtigste! Und ja, es ist sicher nicht einfach dem süßen Hundeblick zu widerstehen, aber es lohnt sich! Es lohnt sich für einen selbst, weil man viele, unter Umständen auftretende Probleme, aus dem Weg räumt. Der Welpe lernt zum einen von Anfang an klare Regeln und zum anderen, dass er seinem Rudelführer guten Gewissens folgen kann.


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